Mar y Sierra

Beitrag vom 09.05.2010

Am Mittwoch fahren wir mit dem Roller zum Ausgangspunkt unserer Wanderung am Penon de Ifach.

 

Dieser 325 Meter hohe Felsklotz ist das Wahrzeichen von Calpe und steht unter Naturschutz. Nach dem Tunnel, der durch den Fels führt ist die “Autobahn” fertig und man sollte mindestens Trekking-Schuhe anhaben. Wir wandern (teilweise auf allen Vieren) in ca. einer Stunde auf den Gipfel. Der Ausblick ist gigantisch :-)

   

Da die Möven gerade brüten, sind die Viecher ziemlich agressiv. Oben angekommen wird da schonmal wild kreischend ein paar Zentimeter über dem Kopf durchgeflogen. Auf dem Weg zum östlichen Aussichtspunkt sehen wir dann tatsächlich auch noch junge Möven. Ich greife beim runterkraxeln natürlich noch voll in die Möven-Kacke. Der Kommentar von meiner charmanten Reisebegleiterin: “Staht ja: Parc Natural…!”

   

Am Abend fahren wir mit dem Roller zum Hafen und essen in einem der zahlreichen Restaurants direkt am Strand unsere erste Paella.

Am Donnerstag geht die Reise weiter. Wir sind ja nicht zum Spass hier und wollen uns natürlich die grösste Bausünde der Costa Blanca nicht entgehen lassen. So führt uns unser Weg durch Benidorm, das jährlich 5% der spanischen Touristen beherbergt. In einem Gebäude wohnen durchschnittlich 200 Personen! Nicht gerade Campers-Dream…

Alicante lassen wir links liegen und nach Algerien wollen wir auch nicht.

 

So fahren weiter nach Santa Pola zum Kitespot. Dort ist allerdings nichts los und wir beschliessen weiter nach Torrevieja zu fahren, wo man gratis ein U-Boot und ein Patrouillenboot besichtigen kann. Wir finden keinen Parkplatz in anständiger Distanz und fahren nach längerer Suche etwas deprimiert weiter. Wir sehen das aber eher als Schicksal, das Aquädukt lässt grüssen ;-) In der Nähe von Cartagena soll es einen schönen Camping mit Thermal-Salzwasser-Pool geben. Den Tipp haben wir von einer Zürcherin in Sant Pere Pescador erhalten. Ich gebe den Platz blind im Navi ein, ohne auf die Karte zu schauen. So landen wir im knapp 50km entfernten Puerto de Mazarron, die geplante abendliche Stadtbesichtigung muss da wohl gestrichen werden… Freud und Leid mit dem Navi, da schreibe ich mal noch einen eigenen Beitrag dazu ;-)

Der “Camping los Madriles” ist sehr schön, kein Wunder haben sich hier einige Dauercamper niedergelassen. Die 30° im Pool haben wir uns (und vorallem Sonja) allerdings etwas wärmer vorgestellt. Ein pensionierter Berner erzählt uns, dass er neun Monate im Jahr hier verbingt. Die anderen Nachbarn sind uns aber nicht ganz geheuer :-o

 

Am Freitag wählen wir eine kleine Strasse, die uns über die Sierra de Cantar führt.

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Die  Landschaft und die Aussicht sind sehr zu empfehlen, besonders jetzt im Frühling, wo alles am Blühen ist.

  

Nachdem Sonja fast einnickt, anstatt die Landschaft zu geniessen, während ich fahre, biege ich auf eine Kiespiste zum Meer ein, damit wir einen Mittagsstopp einlegen können. Der Platz gefällt uns dann so gut, dass wir beschliessen die Nacht hier zu verbingen.

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Blick aus dem Wohnzimmer/Schlafzimmer/Küche ;-)

   

Später gesellt sich noch ein zweiter VW Bus aus Italien an den Strand. Durch den jungen Hund “Streetman” kommen wir mit den zwei Hippies Ali und Elena ins Gespräch und trinken noch ein paar Bier zusammen. Den einmonatigen Hund haben sie vor dem Tierheim gerettet. Obwohl ich mit Tieren im Gegensatz zu Sonja immer sehr zurückhaltend bin, schläft der Kleine plötzlich auf meinen Beinen.

 

Sonnenaufgang (da steht Sonja sogar früher auf als ich, oha!)

 

Tagesplan für den Samstag: Kultur in Almeria, dann zurück und wild campen im Naturpark von Cabo de Gata. Die Alcazaba von Almeria gehört laut Reiseführer zu den grössten und eindrucksvollsten maurischen Burgen. Der Eintritt ist für EU-Bürger frei (sonst 1.50€). Mal unabhängig der ungeklärten Sinnfrage von diesem System machen wir als Schweizer die Probe aufs Exempel und werden durchgewunken ;-) Der Besuch der Festung lohnt sich definitiv. Der erste Teil ist parkähnlich angelegt. Es blüht alles und duftet so süss wie in den Orangenplantagen um Valencia.

Auf dem Platz vor der Kathedrale essen wir in einem kleinen Restaurant etwas und schauen dem bunten Treiben zu. Hier liegt der heilige Valentin begraben, der Schutzpatron der Liebenden (also kann ein Besuch ja nie schaden ;-)), weshalb sich hier eine (oder mehrere) Hochzeitsgesellschaft versammelt hat. Die spanischen Herren, gestylt wie italienische Bilderbuch-Mafiosos und die Damen alle gröbstens aufgetakelt. Soviele hohe Schuhe habe ich das letzte Mal bei Germany’s Next Topmodel gesehen :-o

    

Anschliessend cruisen wir nach Cabo de Gata und von dort weiter Richtung Kap bis ans Ende der Strasse. Die Küste ist hier sehr felsig und wir finden leider kein gutes Plätzchen zum Campen. So entschliessen wir uns für den nahe gelegenen “Camping Cabo de Gata”, der ein bisschen landeinwärts zwischen den Gemüseplantagen liegt.

 

Soviel Gewächshäuser wie heute haben wir in unserem Leben noch nicht gesehen. Jetzt wissen wir, wo die Pepperonis (dt. Paprika ;-)), Zucchini und Auberginen in den heimischen Supermärkten herkommen.

Am Sonntag wollen wir nach Granada fahren. Wer fleissig mitgelesen hat weiss, dass wir nicht die langweilige Autobahnstrecke ausgewählt haben.

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Unser Weg führt uns durch das Hinterland von Almeria, wo übrigens einige Western gedreht wurden. Die Landschaft ist verblüffend ähnlich und teilweise meint man wirklich in einem amerikanischen Canyon zu sein. Über die A337 fahren wir mitten durch den Naturpark Sierra Nevada über den 2000m hohen Pass “Puerta de la Ragua” (bravo Raget.li).

   

Das Museum über die bewohnten Höhlen von Guadix müssen wir leider auslassen, da dieses um 14.00h schliesst, Siesta lässt grüssen (und erst noch Sonntag). Nach fast 5 Stunden Fahrt (mit kurzen Pausen) kommen wir auf dem Camping “Reina Isabel” nahe Granada an, danke für den Tipp an die Europa-Entdecker! Am Morgen noch Sonnencreme, jetzt Regen, hoffentlich wird es morgen besser für eine schöne Stadtbesichtigung.


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