Westalgarve

Beitrag vom 30.05.2010

Am Donnerstag lassen wir es gemütlich angehen. Sonja dreht nach dem Frühstück noch ein paar Runden im Pool. An der Küste gibt es ausser den zahlreichen schönen Badestränden nicht viel zu sehen, weshalb wir auf der Autobahn in Richtung Westen rollen. In der Nähe von Alvor sehen wir uns den Kitespot “Ria de Alvor” an. Irgendwie wird hier gerade ein Golfplatz gebaut und es ist kein anderer Kiter in Sicht. Wir fahren dem Strand entlang und finden zwei Restaurants, die auf Stelzen über der Düne thronen. Zu Sonja’s Freude bestelle ich einen Salada de Polvo (Tintenfischsalat) ;-)

 

Gestärkt fahren wir weiter zum “Camping Trinade” in Lagos, wo wir uns neben einen T4 mit Aargauer Nummernschild gesellen. Anschliessend machen wir einen Spaziergang durch das Städtchen, in dem es hautpsächlich Restaurants und Souvenirläden gibt. Ausserdem gibt es einige Surfshops, da wir mittlerweile im Einzugsgebiet der Atlantikwellen sind. So ist auch das Publikum in den Strassen eher jung im Vergleich zu all den Pensionären an der Spanischen Ostküste ;-) Der Sklavenmarkt ist nicht mehr in Betrieb, sonst hätten wir noch einen zum Bus-Putzen mitgenommen. Spass beiseite, ein wohl eher düsteres Kaptitel in der Geschichte dieser Stadt.

  

Als wir auf den Camping zurückkommen, hat sich der Kollege von ersten T4 Fahrer (hab mich noch ab der Funkantenne gewundert…) eingefunden, so haben wir schon fast ein kleines Schweizer VW Bus Treffen 8-)

 

Nachdem wir uns am Freitag von der T4-Crew verabschiedet und noch ein paar Tipps ausgetauscht haben, fahren wir weiter nach Sagres und von dort direkt auf den “Camping Orbitur”, welcher schön in einem Pinienwald gelegen ist. Dort treffen wir auf zwei schöne T2 aus Portugal (es gibt bald mal einen eigenen Beitrag nur mit Büssli-Bildern für unsere Freunde aus dem VWBusForum.ch ;-)). Mit dem Roller düsen wir anschliessend an den südwestlichsten Punkt Europas: Hier am Cabo de Sao Vicente kann man die letzte Bratwurst vor Amerika essen. Mittlerweile sieben Wochen fern der Heimat, eine wahre Gaumenfreude, wiedereinmal eine gute Wurst zu essen. Dazu geniessen wir den Ausblick über die Felsküste.

   

Auf dem Camping gibt es ein paar lustige Hunde, unter anderem Struppi, der sich mit Sonja anfreundet und ein Nickerchen unter unserem Tisch macht.

 

Am Samstag fahren wir teils auf Kiespisten, teils auf Asphalt gegen Norden. Bei Carrapateira gibt es eine schöne Schleife, die an der Felsküste entlang führt.

   

Der Bus ist danach komplett zugestaubt und man denkt erstmals zurück an die guten Ratschläge von Zuhause: “Wollt ihr den Roller nicht mit einer Blache abdecken…?” ;-) In Aljezur parken wir und spazieren hoch zur Burg. Oben angekommen, sehen wir zwei Leute um unseren Bus schleichen, der eigentlich an einem belebten Platz steht. Als diese dann mit den Händen an der Scheibe in den Bus schauen, treten wir den Rückzug an, wir sind ja schon vorbelastet. Unten angekommen war es nur ein junges Traveller-Paar, das wohl neugierig war und uns so den Besuch der Burg versaut hat. Wir fahren an den Strand von Monte Clérigo, wo es ein paar schöne Strandbeizli hat und gönnen uns einen Salat. Danach geht es weiter zum Nachbar-Strand Arrifana, wo wir dann endlich die ersten Surfer im Meer sichten. Ein ganzes Rudel wartet hier paddelnd auf die perfekte Welle.

  

Danach cruisen wir weiter zum Leuchtturm von Cavaleiro am Cabo Sardao, der von unserem Reiseführer so hoch gepriesen wird. Schön, aber kein Muss. Die Leuchttürme sind hier sowieso keine richtigen Türme, da diese schon auf der Felsküste stehen.

  

So geht es weiter nach Vila Nova de Milfontes auf den “Camping Campiferias”. Die Dame an der Rezeption will mir ernsthaft den Roller zusätzlich verrechnen. Ganz perplex weiss ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ich versuche der Dame zu erklären, dass ich noch nie für den Roller extra bezahlt habe, aber sie will oder kann meine Ausführungen nicht verstehen. Wir einigen uns darauf, dass wir den Roller nicht verwenden. Hätte ich gewusst, dass es noch einen zweiten Camping in der Nähe gibt, wäre ich wohl gleich weitergefahren, Frechheit! Wir schlendern noch durch das ruhige Dörfchen mit den kleinen Häusern (die farblich an Griechenland erinnern) an den Strand.

  

… ein Schelm wer Böses denkt, ich hab bloss das Schild gelesen!

 

Via Konditorei und etwas Süssem im Gepäck geht es dann zurück auf den Camping, wo wie immer etwas leckeres aus der Busküche gezaubert wird.

Kein Camping Supermercado = kein Brot = kein Frühstück. So beginnt der Sonntag halt nur mit Kaffee, bevor wir über eine landschaftlich sehr schöne Stecke (N120) durch Korkeichen Wälder nach Santiago do Cacêm (auch bekannt als Steinbock aus der Graubünden Werbung *muhaha*). Dort stärken wir uns mit Kaffee und Gebäck, bevor wir durch die engen Gassen auf den Burghügel spazieren. Innerhalb der Mauern wurde der Friedhof angelegt. Hier ist es anscheinend üblich, dass ein Foto des Verstorbenen den Grabstein ziert, irgendwie speziell. Auf der Mauer geniessen wir die Aussicht auf das flache Umland, als uns der Friedhofwächter mit einer Glocke zum gehen auffordert, da der Friedhof am Sonntagnachmittag schliesst. Phu! Gerade noch geschafft.

   

Nachdem es die letzten Tag sehr angenehm war, ist es heute wieder einmal richtig heiss. In Alcacer do Sal checken wir auf dem “Camping Municipal de Alcacer do Sal” ein und faulenzen den Nachmittag durch im Schatten. Am Abend fahren wir mit dem Roller runter an den Fluss und essen in einem kleinen Restaurant leckere lokale Spezialitäten. Zum Apero gibt es diesen Käse, der ohne Spass wie ein Schweizer Fondue schmeckt :-)

  


1 Kommentar for 'Westalgarve'

  1.  
    06.09.2010 | 06:33
     

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