Nordportugal

Beitrag vom 12.06.2010

Am Montag fahren wir nach Alcobaça, wo wir das Kloster anschauen, das UNESCO-Weltkulturerbe ist. Die imposanten Säulen im Innern erinnern uns irgendwie an “Herr der Ringe”. Wir belassen es beim frei zugänglichen Teil und setzen uns in ein Café am Klosterplatz. Die Portugiesen sind sehr vernascht und so ist jedes Café auch eine halbe Konditorei. Wir wählen etwas aus der riesigen Vitrine, die mit allerlei süssen Köstlichkeiten gefüllt ist :-)

 

Via Nazaré fahren wir nach Sao Pedro do Moel auf den gleichnamigen Orbitur Campingplatz. Heute knacken wir die 5000 Kilometer Marke seit unserem Reisebeginn. Auf dem Zeltplatz gibt es einen Pool mit Rutsche und so gönnen wir uns ein Bad, während unsere Wäsche in zwei Machinen ihre Runden dreht. Ich stelle fest, dass es noch nicht geregnet hat, seit wir in Portugal sind und frage mich, ob das so bleiben wird.

Am Dienstag Morgen um 03.00h werde ich von Regentropfen geweckt. Man könnte sich jetzt freuen, dass man in einem trockenen Bus schläft und unter der warmen Decke liegt, andere sind dem Wetter schliesslich in einem Zelt ausgesetzt… wäre da nicht die Wäsche, die draussen eigentlich TROCKNEN sollte *grrrrr* :-( Da sich Sonja in ihrem Schönheitsschlaf nicht stören lässt, beisse ich in den sauren Apfel und nehme die Wäsche fluchend zusammen.

Unser Weg führt uns in die Universitätsstadt Coimbra, wo wir auf dem “Camping Municipal” einchecken, der erst vor einigen Jahren eröffnet hat. Hier gibt es sogar überdachte Grillstellen :-) Mit dem Roller fahren wir in die City und nehmen den Aufzug rauf zur Uni. Der berühmte Turm wird leider gerade renoviert und ist komplett verhüllt. Wir turnen ein bisschen auf dem Gelände herum und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Die Sehenswürdigkeiten auf dem Campus lassen wir sausen, eine Biblithek haben wir erst gerade gesehen. In der Stadt schauen wir uns noch ein paar Kirchen an, von denen es hier einige gibt, bevor wir durch die engen Gassen der Baixa schlendern. Hier gibt es viele kleine Läden, die vorwiegend Lederwaren wie z.B. Schuhe zu günstigen Preisen verkaufen. Unsere Restaurantsuche verläuft mal wieder nicht nach unseren Vorstellungen und so essen wir ganz langweilig eine Pizza, die allerdings vorzüglich schmeckt.

   

Der Mittwoch soll auch wieder sehr regnerisch werden, während in Zürich der Sommer ausbricht. Wir haben ja nichts gegen Regen, aber es ist einfach etwas mühsam, wenn sich Sonne und Regen im Viertelstundentakt abwechseln. Besonderen Spass macht uns dabei das Wäsche-auf-und-abhäng-Spiel ;-) So lesen wir auf dem Camping noch ein bisschen und fahren erst gegen Mittag los. Unser Ziel ist die Spanferkel-Meile von Mealhada. Bei “Pedro dos Leitoes” kehren wir ein und verdrücken eine Portion leckeres Schweinchen, obwohl wir eigentlich erst gerade gefrühstückt haben. Bezahlt wird übrigens ganz einfach nach Gewicht.

 

Danach fahren wir mit vollen Bäuchen zurück ans Meer nach Costa Nova auf den gleichnamigen Camping. Der Platz hat zwar wenig Schatten, was beim heutigen Wetter eh egal ist, dafür direkten Anschluss zum Strand. Bei einem kurzen Spaziergang in einer der Viertelstunden mit Sonne schauen wir dem tosenden Meer zu.

Am Donnerstag soll es nach Porto gehen. Auf dem Weg dorthin werden wir um 13.00h vom Security aus dem Supermarkt “geschmissen” und wundern uns doch etwas, da die Supermärkte normalerweise sieben Tage die Woche offen haben und abends meist bis 20.00h… Wir quatieren uns auf dem “Camping Orbitur” in Madalena ein, da es in Porto selbst keinen Campingplatz gibt. Wir essen ein paar Rühreier und tratschen ein bisschen mit unseren deutschen Nachbarn, bevor wir mit dem Roller in die Stadt fahren. Ich möchte hier meine Nespresso Vorräte im entsprechenden Shop aufstocken, doch wir stehen vor verschlossenen Türen… Später schlage ich im Reiseführer frustriert die Seite mit den Feiertagen auf und “trara”, der 10. Juni ist Portugals Nationalfeiertag, jetzt wird einiges klar ;-) In Porto sehen wir uns die bekannten Sehenswürdigkeiten an und spazieren ein bisschen durch die Stadt, die ein ganz spezielles Flair hat. Viele Häuser sind am zerfallen, aber wahrscheinlich gibt gerade dies der Stadt einen speziellen Touch. Auf der gegenüberliegenden Flussseite sehen wir die Firmenschilder der bekannten Portweinkellereien. Dennoch verkneifen wir uns eine Degustation ;-)

    

Übrigens ist heute Donnerstag unser 2-monatiges Reisejubiläum 8-) Es fühlt sich wieder anders an, als noch vor einem Monat. Es ist interessant zu beobachten, wie man die verschiedenen Traveller-Phasen erlebt. An ein Heimkommen ist aber noch immer nicht zu denken und wir brüten eifrig über der weiteren Reiseroute…

Am Freitag können wir endlich wieder einmal bei Sonnenschein draussen frühstücken, doch die Freude währt nicht lange und das Wetter wird wieder wechselhaft. Wir wollen einen Abstecher in den Peneda-Gerês-Nationalpark machen und wählen als Ziel den “Camping Entre Ambos os Rios” 11 Kilometer westlich von Ponte da Barca. Wir nehmen ausnahmsweise die mautpflichtige Autobahn, da wir am Nachmittag noch das WM-Eröffnungsspiel sehen wollen. Nachdem wir an der Zahlstelle 10€ für vielleicht 80 Kilometer liegenlassen, wissen wir auch wieder, wieso wir das in der Vergangenheit vermieden haben. An der guten Schweizer Autobahn-Vignette könnten sich noch einige Länder eine Scheibe abschneiden ;-) In Ponte da Barca holen wir uns in der Tourismus Information noch die nötigen Infos für die morgige Wanderung und schaffen es gerade noch zum Spielbeginn in eine Snack-Bar mit riesigem Flachbildschirm :-) Später checken wir auf dem Camping ein und suchen uns auf dem riesigen Areal ein schönes Plätzchen mit Blick auf den ruhigen Fluss.

 

Am Samstag machen wir uns auf zu einer Wanderung gleich im nahe gelegenen Ort Sao Miguel. Mit dieser Erwartung ist man vielleicht leicht enttäuscht, denn es ist eher eine Rätsel-Route, da der Weg teilweise nicht wirklich eindeutig gekennzeichnet ist. Der Weg flussaufwärts ist zum teil relativ wild, aber richtig schön. Am idyllischen Bach machen wir ein Pause und essen unsere Sandwiches. Der Rückweg führt dann leider grösstenteils über eine geteerte Strasse. Auf jeden Fall steht in diesem Tal die Kirche noch im Dorf und es ist alles sehr ruhig und ursprünglich.

   

Nach dem Abendessen fahren wir noch nach Ponte da Barca und schauen uns den Fussball-Match England vs. USA an. Hier sitzen wir nun, ein Auge auf dem TV und eins auf dem Blog…


Bis jetzt gibt es keine Kommentare hierzu.

Schreibe einen Kommentar

(required)

(required)


Hinweise zu den Kommentaren
Zeilen und Absätze werden automatisch umgebrochen. Die E-Mail Adresse wird nicht angezeigt. Achte bitte darauf was Du veröffentlichst.

Um deinen Kommentar zu formatieren benutze bitte die Funktionsbuttons.



RSS Feed zu diesem Beitrag | TrackBack URI