Wandern und shoppen im Baskenland

Beitrag vom 29.06.2010

Am Dienstag ist Action angesagt, denn meine Kaffeevorräte neigen sich dem Ende zu. Der Versuch mit dem Nespresso Shop in Porto ist ja fehlgeschlagen. Als neues Ziel habe ich Bilbao ausgewählt oder “Bilbao Beutlin” wie Sonja sagen würde ;-) Nun ist es bekanntlich so, dass die Nespresso Shops nicht an der verkehrstechnisch besten Lage, sondern trendy im Stadtzentrum gelegen sind. In nordeuropäischen Städten wäre das der Horror, weil man nirgends parken kann (und mit dem Hochdach passen wir sowieso in kein Parkhaus). Hier im Süden geht es ein bisschen anders zu und her: Auf der rechten Fahrspur anhalten, Pannenblinker rein, Sonja wartet auf dem Beifahrersitz, shoppen gehen, weiterfahren… Während der ganzen Prozedur wurde kein einziges Mal gehupt, alles ganz relaxt und normal. Also doch keine Action :-) Anschliessend fahren wir weiter auf den “Camping Portuondo” in Mundaka, wo wir das erste Mal über 30€ für eine Nacht bezahlen. Immerhin gibt es gratis Internet. Eigentlich wollen wir die Surfer sehen, aber es hat natürlich wieder einmal keine Wellen, die Jungs sind wohl einem ähnlichen Schicksal ausgesetzt. Wir machen noch einen Spaziergang nach Mundaka, aber da ist gar nichts los. Wir haben uns schon über zu touristische Orte beklagt, hier ist das Gegenteil der Fall.

  

Am Mittwoch wollen wir uns den bemalten Wald (“bosque pintado”) in der Nähe von Gernika anschauen. Vom Startpunkt beim Restaurant führt uns eine Waldstrasse in ca. 45 Minuten zum Ziel und der Weg hat sich wirklich gelohnt. Vor uns stehen lauter unterschiedlich bemalte Bäume. Auf dem Boden signalisieren etwa fünfzig im Wald verstreute Pfeile die entsprechende Blickrichtung, um die Kunstwerke zu sehen. Schaut man nämlich vom richtigen Punkt in die richtige Richtung, fügen sich vorher willkürlich aussehende Linien auf einmal zu Formen zusammen.

    

Wir haben den ganzen Wald für uns, weit und breit keine Touris. Der Rückweg führt uns durch das Dörfchen Oma, das nur aus ein paar idyllischen Bauernhöfen besteht und dann zurück zum Parkplatz. Anschliessend fahren wir zurück ans Meer und der Küstenstrasse entlang gegen Osten. Besonders schön ist die Strecke zwischen Lekeitio und Deba, die direkt an der Felsküste durch den Wald führt und immer wieder Blicke auf das Meer freigibt (besser wäre noch die Gegenrichtung, dann kann man auch anhalten und Fotos machen). Und wenn die Tankanzeige nicht im roten Bereich ist, kann man die Fahrt wahrscheinlich auch geniessen. Den restlichen Nachmittag verbringen wir auf dem “Camping Idueldo” bei Donostia (San Sebastian). Der zweite Platz mit 30€+ auf unserer Reise, aber auch hier gibt es gratis WLAN.

Am Donnerstag wollen wir uns die Stadt ansehen. Es fährt übrigens auch ein Bus vom Campingplatz, aber wir entschliessen uns für den Roller. In einem Buchladen kaufen wir uns zwei englische Bücher, so hat Sonja, die ein Buch nach dem anderen verschlingt, wieder etwas zu lesen. Anschliessend kauft sich Sonja noch eine neue Sonnenbrille, da die alte dem harten Traveller-Alltag nicht gewachsen war. Dann machen wir einen gemütlichen Spaziergang entlang der Promenade, die um den Hügel führt. Beim Schlendern durch die Gassen der Altstadt stolpern wir in ein Kleidergeschäft und ich kaufe mir das letzte, was ich auf der Reise brauchen kann, eine Lederjacke… Aber bei einem Schnäppchenpreis von 19€ konnte ich einfach nicht anders. Auch Sonja wir fündig und verlässt den Laden mit neuen Schuhen und Bikini. Haha, da sind wir wohl etwas dem Shoppingfieber verfallen :-) Anschliessend erlaben wir uns an den Köstlichkeiten in einer Pinchos-Bar. Eigenlich jedes dritte Haus ist eine Pinchos-Bar und auf dem Bartresen stehen diese köstlichen Häppchen, die man sich auf einem Teller nach Lust und Laune zusammenstellt und dann einfach pro Stück bezahlt. Vor einem Café mit dem Namen “Kite” bleiben wir neugierig stehen und da Sonja noch Wettschulden einzulösen hat, kriege ich feines ein Glacé :-) Anschliessend cruisen wir zurück zum Camping, wo wir noch eine Nacht länger bleiben.

   

San Sebastian hat uns mit dem speziellen Flair sehr gut gefallen: Die weite Bucht mit dem Sandstrand, dahinter die alten, mehrstöckigen Häuser, der Hausberg mit der Promenade, die belebte Altstadt, die Pinchos… Ein guter Abschluss für unsere Tour durch Spanien!

Ich bin wieder ein bisschen im Rückstand mit Bloggen, aber Ihr könnt ja in der Zwischenzeit raten, wo wir uns rumtreiben… ;-)


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