Die Südküste von Schweden und Malmö

Beitrag vom 11.08.2010

Am Mittwoch ist es also soweit und wir fahren mit der Fähre rüber nach Schweden, endlich mal ein Grenzübertritt, den man auch als solches realisiert. Langsam sind wir in Regionen, wo wir rein vom Aussehen auch als Einheimische durchgehen könnten und so wird Sonja schon vor dem Grenzübertritt dreimal auf Schwedisch angesprochen :-) Eins der eindrücklicheren Erlebnisse beginnt aber schon im Hafen Sassnitz auf Rügen, genauer gesagt im Border Shop. Hier kaufen die Leute Alkohol in riesigen Mengen, denn in Schweden ist dieser um einiges teurer. Da die Freimengen relativ hoch sind z.B. 110 Liter Bier, tanzt der eine oder andere auch mit dem Sackrolli an ;-) Wir kaufen auch eine Kiste Bier und an der Kasse gipfelt der deutsche Pfand-Wahn dann im Höhepunkt. Wir müssen einen Wisch unterschreiben, wo draufsteht, dass wir hoch und heilig ;-) versprechen die pfandfreien (!) Dosen aus Deutschland auszuführen… Lachen oder weinen?!

  

Das Verladen verläuft dann problemlos und unser Raget.li kriegt einen Platz auf dem untersten Deck, wo früher die Eisenbahn mitfuhr. Wir geniessen die kurzweilige Kreuzfahrt und nach vier Stunden legen wir auch schon in Trelleborg an. Nachdem uns die junge schwedische Zöllnerin aus dem Kreuzverhör entlassen hat (soviel zum Thema Schengen), rollen wir in Schweden ein. Unser Weg führt uns nach Osten ins Städtchen Ystad, wo wir auf dem unglaublich vollen “Sandskogens Camping” noch ein Plätzchen kriegen. Mit dem Roller fahren wir in die Stadt und schlendern durch die Hauptstrasse mit den alten Fachwerkshäusern. Nach einem Blick in die Marienkirche gönnen wir uns im Bröderna M eine aussergewöhnliche aber leckere Pizza.

   

Am Donnerstag fahren wir der Küstenstrasse entlang Richtung Westen. Unser Ziel ist das Wikingerreservat in Foteviken. Hier leben ein paar Spinner äähm Wikinger in einem rekonstruierten Dorf aus der späten Wikingerzeit. Wir sind eher etwas enttäuscht, vorallem gibt es die einstündige Führung, die im Lonely Planet so gelobt wurde, anscheinend nicht mehr. (Den Preis habe ich mittlerweile verdrängt, der war auch überrissen.) Für Kinder wahrscheinlich eher interessant, für Erwachsene zu wenig informativ, wenn auch nett gemacht.

  

Anschliessend checken wir noch den Kitespot Ljunghusen ab, aber da ist keine Menschenseele anzutreffen. Wir entschliessen uns, direkt nach Malmö weiterzufahren, wo wir auf dem “Malmö Camping & Feriecenter” einchecken. Mit der Routenwahl von unserem Navi wären wir wahrscheinlich nie da angekommen, aber ein bisschen gesunder Menschenverstand ist also doch noch ganz nützlich. Vom Strand direkt beim Camping hat man einen super Blick auf die Öresund Brücke, die rüber nach Kopenhagen führt.

 

Nachdem wir am Freitag die Bushaltestelle gefunden haben, fahren wir mit dem Bus in die Stadt. Wir schauen uns den (mässigen) Gemüsemarkt an, schmöckern in einer Buchhandlung mit vielen englischen Büchern (Hamrelius), schlendern durch die Einkaufsstrasse, sehen uns das Schloss Malmöhus an, spazieren durch den Park, essen einen Burger bei Max, werfen einen Blick in die St. Petri Kirche, schlendern durch eine weitere Einkaufstrasse südlich Davidshallstorg, trinken Kaffee mit Kuchen (uhhh, teures Pflaster) und fahren schlussendlich erschöpft zurück zum Camping.

   

Am Abend checke ich den Camping in Kopenhagen im Internet, da man dort angeblich reservieren soll und voilà, für morgen ist auch nix mehr frei. Also buche ich Sonntag bis Dienstag.

Das Schicksal hat also gewollt, dass wir Malmö noch von einer anderen Seite kennenlernen. Auf dem Camping mieten wir am Samstag ein Fahrrad, da Malmö extrem velofreundlich ist. So cruisen wir praktisch alles dem Strand entlang durch riesige Parkanlagen in die City. Bei einem Rugbyfeld machen wir halt und schauen dem “Grümpelturnier” zu. Von einem Schweden erfahren wir dann, dass es sich dabei um die Europameisterschaft im australian Rugby handelt, oha :-o Er meint wir sollen doch zu Barbecue und Bier ans Feld runterkommen. Wir versprechen später nochmals reinzuschauen. Wir radeln weiter und bestaunen unter anderem den Turning Torso, den Turm, der in sich um 90° gedreht ist. In der Gegend hat sich ein sehr trendiges Wohnviertel gebildet, das uns oft ans Sulzer Areal in Winterthur erinnert. Die Nähe zum Wasser mit den ruhigen Stränden, aber auch die Übersichtlichkeit und die sauberen Strassen gefallen uns sehr gut an Malmö. Auf dem Rückweg zum Camping schauen wir noch den Schweden beim Kampf um Platz 3 im Rugby zu. Zum Spiel der Schweden haben sich doch noch ein paar Zuschauer eingefunden, aber jedes 3. Liga Spiel im Schweizer Fussball hätte wohl mehr Zuschauer. Dennoch geht es sehr professionell zu und her in diesem harten Sport. Unser “Velo-Füdli” erinnert uns den ganzen Abend noch daran, dass wir schon länger nicht mehr mit dem Fahrrad unterwegs wahren ;-)

   


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