Gezeiten hautnah in Nordfriesland

Beitrag vom 01.09.2010

… so, nachdem wir also das Grenz-Shopping hinter uns haben, fahren wir weiter nach Husum auf den “Camping Seeblick” (gratis WLAN). Auf dem leicht schrägen Gelände sieht man schön aufs Meer und zur Halbinsel Nordstrand. Mit dem Roller fahren wir in die Stadt und schlendern durch die belebten Fussgängerzonen. Die Zurückhaltung beim Shopping fällt wieder einmal besonders schwer… Sonja findet was Hübsches zum Anziehen und unsere “Bibliothek” kann auch wieder mit deutschen Büchern aufgestockt werden :-) Auswärts essen verkneifen wir uns dann, obwohl es einge sehr nette Restaurants gibt im Hafen von Husum. Auf dem Camping geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen.

 

Am Samstag fahren wir weiter nach Sankt Peter Ording. Beim Parkplatz am Südstrand wird dann auch gleich kräftig Parkgebühr + Kurtaxe abkassiert… welcome back to Germany! Das Wetter ist nicht allzu schlecht und der Wind bläst kräftig. Sonja muss noch etwas motiviert werden, um bei den kühlen Temperaturen in den Neopren zu steigen, aber schon bald sind wir auf dem Weg zum Wasser. Das tönt jetzt einfach, aber das Wasser ist je nach Tageszeit resp. Ebbe/Flut relativ weit weg. Auf jeden Fall ist man aufgewärmt, wenn man die Wasserkante erreicht hat. Wir geniessen beide eine super Session bei schön konstantem Wind. Am Strand lernen wir Britta & Kevin kennen, die sich für unsere Kites interessieren. Bevor wir zum “Camping Silbermöwe” (gratis WLAN) fahren, klemmen wir den beiden einen Zettel an ihren Bus, so dass wir uns später vielleicht nochmals wiedersehen. Wir gehen noch einkaufen und beim einchecken stehen die beiden auf einmal hinter uns. Ein VW Bus (T5 California) und auch Kiter, da brauche ich wohl nicht zu schreiben, dass wir viel zu plaudern haben und einen sehr gemütlichen Abend verbringen.

  

Am Sonntag ist das Wetter weniger gut. Mit den frischen Brötchen, die uns Kevin mitgebracht hat, gelingt der Start in den Tag trotzdem optimal. Wir motivieren uns gegenseitig zum Kiten. Heute lernt das gemeine Bergvolk die Geschichte von Ebbe und Flut. Der Fussweg mit Kitesachen zum Wasser ist heute enorm weit, bestimmt zwei Kilometer. Weil alles so flach ist, lässt sich die Strecke sehr schwer abschätzen und man denkt immer, dass es gar nicht mehr so weit ist bis zum Wasser. Kaum angekommen stellt der Wind ab, es reicht gerade noch ein paar Schläge zu fahren, grrrr! Auf dem Rückweg zum Auto lernen wir noch die Definition von Priel am eigenen Leib kennen. Was auf dem Hinweg noch ein Knöcheltiefes Bächlein war, ist auf dem Rückweg (mit steigender Flut) ein nicht mehr stehtiefer Bach mit beachtlicher Strömung geworden. Die Überquerung mit unserem Kitematerial ist ein kleines Abenteuer, aber wir können ja schwimmen und haben noch den Neopren an. Für einen Wattwanderer wäre das weniger witzig und die Kraft der Natur wird einem wieder einmal bewusst. Nach einer gemütlichen Plauderrunde im Bus von Kevin & Britta machen sich die beiden auf den Heimweg. Zurück auf dem Camping verkriechen wir uns im Bus. Dank Standheizung haben wir es auch schon bald kuschlig warm.

 

Der Montag beschert und schönes und warmes Wetter, so können wir all die nassen Sachen vom gestrigen Tag trocknen. Trotz Wind lassen wir es heute ruhig angehen. Auch Wäsche waschen ist wieder einmal angesagt, wir sind ja nicht im Urlaub ;-) Am Abend spazieren wir zur Seekiste, einem Restaurant auf Stelzen. Bei einem leckerem Fisch auf der Terasse geniessen wir den traumhaften Sonnenuntergang. Ein perfekter Abend, der sehr schwer zu übertrumpfen sein wird.

    

Am Dienstag fahren wir nach Heide. Auf dem Weg machen wir einen Halt beim Eidersperrwerk. Ein eindrücklicher Bau und auf den Infotafel kann das gemeine Bergvolk etwas über Sturmfluten, Ebbe/Flut, das Sperrwerk, die Schleuse etc. lernen. Themen, um die wir uns nie Gedanken machen, sind in diesem Gebiet von existenzieller Bedeutung. In Heide peile ich den Mediamarkt an, da ich mir die Outdoorkamera W90 von Pentax anschauen will. Alles nur, um wieder einmal festzustellen, dass der Mediamarkt seinen Kunden gerne das Geld aus der Tasche zieht (nett ausgedrückt), grrr! Die haben wohl immer noch nicht gemerkt, dass sich der mündige Kunde vorab im Internet über die Preise informieren kann ;-) Mit einem Zwischenstopp beim Burger King fahren wir nach Büsum. Zuerst wollen wir auf den Nordsee Camping (Zufallsprinzip), aber die Rezeption ist am helllichten Tag nicht besetzt. Man darf dann auf die angeschlagene Telefonnummer anrufen… wohl noch nie an ausländische Kunden und Roaming-Tarife gedacht, wat?! Nebenan ist dann auch gleich der “Campingplatz zur Perle”, wo man sehr freundlich begrüsst wird. Die Sanitären-Anlagen gehören den Besten, die wir bisher gesehen haben. Es gibt ein Restaurant, Internet, frische Brötchen am Morgen, Duschen ohne Jetton, einen Kitespot mit super netten Locals… was will man mehr! Kurzentschlossen stürzen wir uns in unsere Kite-Klamotten und spazieren zum Spot. Ein Mitarbeiter der Kitestation erklärt uns proaktiv alles, bevor wir jemanden fragen können. Daumen hoch für wassersport-buesum.de, erstklassig! Anschliessend düsen wir auf dem Surfsee rum, da die Flut gerade den Höchststand hat. Nach einer warmen Dusche auf dem Camping gibt es einen grossen Teller Spaghetti und Feierabend.

 


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