An den Stränden der Normandie

Beitrag vom 17.09.2010

Am Dienstag geht die Fahrt weiter nach Frankreich. Kurz nach Calais zweigen wir auf die D940 ab, die an der Küste entlang führt. Am Kap Blanc-Nez machen wir einen Halt und schauen uns kurz um. Eigentlich wollen wir heute eine Küstenwanderung machen, aber das Wetter spielt nicht mit und und wir messen Windspitzen von 45 Knoten (37 Knoten im Schnitt). So ist leider auch die Sicht von den eindrücklichen Klippen nicht allzu gut.

 

Auf dem Weg nach Wissant, dem Wavespot der Gegend, sehen wir ein paar Kites am Himmel. Klar, dass wir einen Zwischenstopp einlegen müssen. Gebannt schauen wir eine knappe Stunde zu, wie sich die Jungs mit ihren winzigen 5er Tubekites und Waveboards in den Wellen austoben.

 

Auf der D940 fahren wir weiter nach Boulogne-sur-mer und von da weiter nach Cayeux-sur-mer, sous-mer wäre ja auch etwas unpraktisch mit dem Bus. Auf dem “Camping Le Bois des Pins Brighton” kommt endlich wieder einmal unsere ADAC Camp Card zum Einsatz und läutet somit offiziell die Nebensaison ein.

Am Mittwoch fahren wir auch wieder mehr oder weniger dem Meer entlang, obwohl man meistens wenig davon sieht. Wir steuern ein paar Kitespots an, aber überall hat es sehr grosse Wellen. Wir sichten allerdings ein paar Kiter, scheint ja einiges los zu sein in Frankreich. Frei nach dem Spruch mit der Schildkröte und dem Hasen, lassen wir uns über schöne Landstassen und durch malerische kleine Dörfchen treiben. Unterwegs kreuzen wir eine Waschanlage und so wird unser Raget.li endlich wieder einmal vom Staub und Schmutz der letzen Wochen befreit. Frisch geputzt geht es weiter nach Étretat, wo wir einen Stopp einlegen. Nach einem Snack (Croque Monsieur und Crêpe), schauen wir uns die Klippen an. Eine davon soll anscheinend wie ein Elefant aussehen, der den Rüssel ins Wasser hält. Im zügigen Traveller-Style keuchen wir die Klippe auf der rechten Seite der Bucht hoch. Oben wundert man sich dann über die putzmunteren alten Leute, die man eher im Alters- und Pflegeheim vermuten würde. Aber auch nur so lange, bis man den Parkplatz gesehen hat ;-)

  

Anschliessend fahren wir weiter nach Honfleur auf den “Camping de la Briquerie” (Camp Card, gratis WLAN).

Das Frühstück am Donnerstag hält schon die erste Überraschung bereit. Während ich mich über den komischen Biss vom Fleischkäse wundere, lese ich auf der Packung “Quorn”. Ein weiterer Fehlgriff in der Reihe von Orangensaftkonzentrat und Aufbackbrot ;-) Als erstes steht heute die Besichtigung von Honfleur auf dem Programm. Dies sollte man sich keinesfalls entgehen lassen, denn das Städtchen lädt definitiv zum Bummeln ein. Neben den unzähligen Restaurants gibt es auch zahlreiche Cidre/Calvados-Läden, Kunstgalerien und andere Geschäfte. Keine neonleutenden Schilder sondern alter Charme bestimmt das Bild. Bei einem zugegbenermassen nicht gerade günstigen Kaffee im Hafenbecken kann man die Atomosphäre so richtig geniessen.

  

Weiter geht die Fahrt an die D-Day Strände. Am Juno Beach machen wir einen Halt, stärken uns mit einer Quiche Lorraine und besuchen danach das Juno Center, in dem die Rolle von Kanada im zweiten Weltkrieg eindrücklich erklärt wird (ganz nett gemacht, muss man aber nicht gesehen haben). Auch hier am Juno Beach sind ein paar Kites am Himmel und kurz später bin ich umgezogen und pumpe meinen 12er auf. An einem D-Day Strand zu kiten ist irgendwie schon noch ein spezielles Gefühl, zumal diese Perspektive nicht jedem zugänglich ist. Ein bisschen Sightseeing und dann noch ein Stündchen auf’s Wasser, so sieht doch mein perfekter Traveller-Tag aus :-)

 

Auf dem “Camping Municipal” in Bayreux finden wir ein schönes Plätzchen. Vor lauter Freude über die Nebensaison haben wir nämlich noch gar nicht bemerkt, dass die ersten Campingplätze die Tore für dieses Jahr bereits geschlossen haben.

Gestern habe ich mich noch nach frischem Brot bei der Rezeption erkundigt, worauf die gute Frau meinte, dass der Bäcker um 08.30h vorbeikommen würde. Naja, dachte ich mir, den werde ich dann schon sehen. Dass das wilde Gehupe vom Bäcker und nicht von der nahen Hauptstrasse kommt, muss man in schlaftrunkenem Zustand erstmal realisieren ;-) Die französischen Croissants entschädigen uns allerdings für die unsanfte Weckmethode. Auch am heutigen Freitag wollen wir uns nochmals dem 2. Weltkrieg widmen. Als erstes fahren wir zum amerikanischen Friedhof in Colleville-sur-mer, wo über 9000 gefallene Soldaten begraben sind. Zuerst spazieren wir durch den sehr gepflegten Friedhof mit den unzähligen Reihen von Kreuzen und Davidsternen. Auf jedem einzelnen Grabstein ist ein Name eingraviert und der verstorbene wurde wahrscheinlich selten älter als 25 Jahre… da muss man schon ein paarmal leer schlucken! Auf dem Weg zum Strand kann man sich an diesem herrlichen Herbsttag nur schwer vorstellen, was hier passiert ist, so traumhaft sieht die Landschaft aus. Das top moderne Besucherzentrum, das gratis besichtigt werden kann, rundet unseren Besuch ab. Besonders berührend ist das Video, in dem ein paar der vielen Schicksale aufgegriffen werden. Unsere nächste Station ist La Pointe du Hoc bei Cricqueville-en-Bessin (Eintritt ebenfalls frei). An diesem strategisch wichtigen Punkt ist die Gewalt, mit der die Landung in der Normandie vonstatten ging noch heute zu sehen. Das Areal ist übersät mit Kratern, die teilweise mehrere Meter tief sind. Sehr eindrücklich!

   

Anschliessend fahren wir zum “Camping Le Ranch” bei Le Rozel. Mit Blick aufs Meer geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen.

  


7 Kommentare for 'An den Stränden der Normandie'

  1.  
    isa
    17.09.2010 | 22:45
     

    jawohl, ein hoch auf die Camp Card! :)
    freuen uns auch jedes mal wenn wir sie mal wieder einsetzen können.

    ist übrigens total lustig wenn man eure seite liest, weil ich immer das gefühl habe, wir “spiegeln” uns gegenseitig. sprich ihr ward da wo wir jetzt sind, und wir waren da wo ihr jetzt seid! natürlich nicht immer, aber immer öfter :)

    ganz viel spaß in frankreich!
    gruß
    isa

  2.  
    18.09.2010 | 18:32
     

    Ja, es scheint fast, also ob ihr uns aus dem Weg geht ;-) Aber ohne Spass, wir haben uns sicher schon dreimal (wenn auch in grösserer Distanz) gekreuzt.

    Gruss vom Camping Saint Michel (Camp card: 13€ :-))
    Christoph

  3.  
    Marcel
    22.09.2010 | 11:27
     

    Ach wie schön

    War ja wieder ein riesen Artikel :-)

    Liebe Grüsse aus der nun auch kühleren Heimat.

    Marcel

  4.  
    22.09.2010 | 21:44
     

    Es gäbe jeweils noch viel mehr zu erzählen…! Aber anscheinend hast du bist zum Ende durchgehalten :-)

    Gruss ChriSo

  5.  
    Alessandra
    23.05.2011 | 10:39
     

    Hei!
    Es grosses Komplimänt zu eure Site! I lise eui Blogs mit eune Erfahrig sehr gärn u finges mega interessant! Mir mache üs i 6 Wuche o ufene 4 monategi Reis dür Europa. Da si Hiwise immer sehr nützlich :)
    Apropos, die Camping Card vo ADAC chunt ja immer wieder chli zur Sprach… Wie chuntme zu dere?
    Liebe Gruäss
    Alessandra

  6.  
    23.05.2011 | 11:08
     

    Hallo Alessandra

    Vielen Dank für das Kompliment zu unserer Webseite, das freut uns natürlich sehr.

    Die ADAC Camp Card, kriegst du mit dem ADAC Campingführer. Diesen gibt es für Nord- und/oder Südeuropa, je nachdem welche Länder ihr bereisen wollt. Schlussendlich ist die Camp Card nur ein Stück plastifiziertes Papier, das den Preis in der Nebensaison aber doch drücken kann :-)

    Wir wünschen euch bei eurer Reise ganz viel Spass und geniesst die wohl beste Zeit eures Lebens!

    Grüsse, Christoph & Sonja

  7.  
    Alessandra
    24.05.2011 | 13:37
     

    Hallo!
    Ah ok, so eine änliche haben wir bei unserem Campingführer von ACSI auch dabei. Bei diesem ist in einem Buch ganz Europa aufgeführt :)
    Danke für die guten Wünsche. Auch wir haben vor einen Blog zu machen, damit die Daheimgebliebenen auch etwas davon haben. Wenn es euch interessiert, kann ich euch dann ja mal die Adresse senden.
    Liebe Grüsse
    Alessandra

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