Breizh

Beitrag vom 22.09.2010

Am Samstag geht unser Reise entlang der Küste weiter. In einem beliebigen Küstenort machen wir einen Halt, lesen und geniessen das schöne Wetter am Strand. Zudem können wir zuschauen, wie die Fischerboote von Traktoren an Land gezogen werden.

 

Anschliessend fahren wir weiter zum Mont St. Michel, der schon von Weitem deutlich erkennbar ist. Neben den 5€ Parkgebühr scheint man heute kein Eintritt zahlen zu müssen, keine Ahnung ob das immer so ist. Der Berg ist recht überlaufen mit Touris und dennoch verteilt sich alles irgendwie recht gut, nachdem man erstmal die “Grande Rue” (nicht wirklich zutreffender Name) hinter sich gelassen hat und auf der eigentlichen Besichtigungstour ist. Schon faszinierend, wie dies alles auf dem Hügel oben erbaut wurde. Der Tidenunterschied ist mit 14 Metern der höchste in Europa und so blicken wir vom höchsten Punkt über eine Wattlandschaft, da sich das Meer gerade zurückgezogen hat. Auf dem “Camping St. Michel” in Courtil übernachten wir (gratis WLAN aber nicht flächendeckend).

   

Am Sonntag fahren wir direkt weiter nach St. Malo. Entlang der Stadtmauer gibt es zig Parkplätze, aber anscheinend ist man in dieser Stadt nicht willkommen, wenn man über 1.9 Meter hoch ist. Diese Diskriminierung wird an vielen Orten in Frankfreich praktiziert, allerdings werden die Höhenbeschränkungen oft in der Nebensaison geöffnet, nicht in St. Malo. Auf jeden Fall haben wir uns dann irgendwo (illegal) auf ein Stück Rasen gestellt, obwohl wir heute gerne für den Parkplatz bezahlt hätten. Anschliessend sind wir auf dem 1.8 Kilometer langen Festungswall einmal um die ganze Stadt spaziert, was uns sehr gut gefallen hat. Die Stadt darin ist dann eher naja, aber man kann guten Bretonischen Kuchen kaufen, mjam lecker :-)

 

Frisch gestärkt fahren wir weiter nach Paimpol auf den “Camping Municipal”. Kurz den Roller abladen und ab in die Stadt, die früher Heimathafen der Islandfischer war. Nach einem kurzen Rundgang setzen wir uns ins Restaurant L’Islandais. Hier kann man allerlei Meeresfrüchte essen, unter anderem günstige Austern, die in der Bretagne gezüchtet werden. Sonja schaut wenig begeistert zu, wie ich einen riesigen Topf voller Muscheln verspeise.

Wie an vielen Orten in der Gegend gibt es auch hier einen Wanderweg entlang der Küste. Nach den vielen Städten und Sehenswürdigkeiten ist es wieder einmal Zeit für etwas Ruhe in der Natur. So starten wir heute Montag direkt beim Campingplatz unsere Wanderung und marschieren strammen Schrittes eine Stunde entlang der Küste. Der Weg ist ein Auf und Ab und recht anstrengend. Unterwegs sehen wir reife Brombeeren, Hagenbutten, Pilze, wilde Pflaumen und Äpfel, an diesem Weg würde man nicht verhungern. Nach einer Pause mit näherer Inspektion des Strandes (Austern, Schnecken, Muscheln etc.) machen wir uns auf den Rückweg.

  

Anschliessend fahren wir etwas planlos weiter und landen schlussendlich in Brest. Der “Camping du Goulet” ist einer der wenigen Plätze, wo ich definitv nicht mehr hingehen würde: seeeehr suspekte Stammkundschaft und die Sanitären dürften wohl auch wieder einmal eine Putzfrau sehen. Dass das Internet nicht funktioniert ist gerade noch das geringste Problem. Eigentlich erstaunlich, da die Rezeption und der Eingangsbereich einen gepflegten Eindruck machen.

Am Dienstag fahren wir nach Brest. Ich hoffe eine SIM-Karte für mobiles Internet zu erstehen, finde aber kein gescheites Angebot. Ansonsten ist hier nichts los, ausser zahlreiche Baumaschinen, die gerade die Haupteinkaufsstrasse umpflügen. Bei solchen Städten fragt man sich echt, wieso es überhaupt eine Tourismus Information gibt. Mit dem Schock von Stadt und Camping treten wir die Flucht Richtung Presqu’ile de Crozon an. Bei Argol besuchen wir das Musée du Cidre du Bretagne (5€ p.P.). Nach einem kurzen französischen Video über die Herstellung des Cidre kann man sich die verschiedenen Geräte bei einem Rundgang in echt anschauen, bevor es zur Degustation geht. Der nette Herr vom Museum beantwortet uns während der Degustation all unsere Fragen sehr ausführlich und kompetent. Bei dem schönen Wetter sind wir gerade die einzigen Gäste.

  

Anschliessend fahren wir weiter in die Tourismus Information von Crozon, wo wir einen Blick auf die Wanderkarte werfen. Die morgige Wanderung soll one-way werden und so laden wir unseren Roller am Cap de la Chèvre ab (und hoffen, dass er morgen noch da ist). Unser Navi führt uns dann einmal mehr über eine sehr verwunderliche Strecke vorbei an einem schönen Strand mit Surfern nach Camaret-sur-Mer auf den “Camping le grande Large Lambézen”, wo man auf einigen Plätzen eine tolle Aussicht über die Bucht hat.

Wenn wir eins nicht erwartet hätten beim Öffnen unserer Schiebetüre, dann wäre es Nebel gewesen. Die Bucht, das Meer… alles weg, man kann keine 50 Meter weit sehen. Da macht auch unsere Küstenwanderung wenig Sinn, weil man erstens nichts sehen kann und wir zweitens keine Lust haben uns irgendwo in der Pampa zu verlaufen. Deprimiert laden wir am Cap de la Chèvre wieder unseren Roller auf und fahren dann weiter nach Quimper.

 

Die ruhige Presqu’ile de Crozon mit den malerischen Dörfern wird uns aber trotzdem in guter Erinnerung bleiben. Noch etwas desorientiert von der raschen Planänderung (aber so ist das Traveller-Leben) schlendern wir durch die Pflasterstrassen mit den schiefen Fachwerkhäusern. Mit den vielen Restaurants und Crêperien lädt Quimper zum Verweilen ein, ein echter Kontrast zu Brest.

 

Mit einem Einkaufszwischenstopp geht es dann weiter nach Le Pouldu auf den “Camping les Embruns”, der gärtnerisch wirklich schön gestaltet ist (WLAN teuer). Bei einem gebratenen Entenfilet, Taboulet und einem französischen Rotwein lassen wir den Tag ausklingen, der anders als erwartet verlaufen ist.

PS: Breizh ist übrigens bretonisch für Bretagne :-)


1 Kommentar for 'Breizh'

  1.  
    Chrigi und Ramona
    24.09.2010 | 12:25
     

    Hallo ihr beiden,
    endlich sind auch wir mal dazu gekommen, in eurem Blog die neusten News zu lesen. Ihr scheint eure Reise zu geniessen!?
    Wir hoffen nun ein wenig mehr und günstigeres Internet zu haben, damit wir eure Reise auch ein wenig zurückverfolgen können.
    Übrigens haben uns eure Komentare immer sehr gefreut..
    Habt ihr schon Pläne für den Winter gemacht? oder seit ihr auf dem “Heimweg”?
    Liebe Grüsse aus Gaskop (Südafrika)
    Chrigi und Ramona

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