Lebenszeichen aus der Aquitaine

Beitrag vom 07.10.2010

Am Montag wollen wir uns die Stadt La Rochelle anschauen und so verlassen wir die Ile de Ré. Etwas ausserhalb auf dem Parkplatz Jean Moulin stellen wir unser Raget.li ab. Jetzt in der Nebensaison kostet das gerade einmal 2.70€ und der Transfer in die Innenstadt mit einem kleinen Elektrobus ist erst noch inklusive, Daumen hoch. In der Touristeninformation holen wir uns einen Stadtplan, der uns sogleich auch eine Route für die Erkundung der Stadt vorschlägt. Um das Hafenbecken gibt es zahlreiche Restaurants, wo die Gäste das herbstliche Wetter geniessen. Entlang der alten Stadtmauer gibt es drei schöne Wehrtürme, die jeweils zu einem bestimmten Zweck gebaut wurden. In der Altstadt schlendern wir durch die alten Arkadengänge. Allerdings ist in der Mittagszeit nicht allzu viel los, da sich die Leute lieber in den Restaurants verköstigen und viele Geschäfte währenddessen geschlossen sind. Wenn man zur Ile de Ré fährt, sollte man unbedingt in La Rochelle vorbeischauen.

  

Auf unserer Fahrt nach Bordeaux ändert sich langsam das Landschaftsbild: Die riesigen Kuhherden aus Normandie und Bretagne weichen hier den endlosen Feldern mit Reben. Im Frühling sahen die Rebstöcke noch kahl aus und man konnte sich kaum vorstellen, dass diese wieder einmal Früchte tragen werden. Unter den grünen Blättern kann man nun deutlich die Trauben sehen… wohl ein Zeichen, dass wir schon etwas länger unterwegs sind ;-) Auf dem relativ neuen “Camping Bordeaux-Lac” richten wir uns für die kommenden zwei Nächte ein.

Den Dienstag starten wir ganz gemütlich, denn wir wollen erst noch ein wenig relaxen, bevor wir die Stadt besichtigen. Da die Internetverbindung heute nicht funktioniert, habe ich Gelegenheit den Service der Rezeption zu testen. Nur soviel: Stammgast werde ich wohl nicht werden. Am Nachmittag fahren wir mit dem Roller in die Stadt. Mit der obligaten Karte aus der Tourismus Information machen wir uns auf Entdeckungstour. Bordeaux ist Unesco Weltkulturerbe und dies zu recht, denn die prächtigen alten Gebäude machen schon etwas her. Halt wieder viele Bettler und zum Teil recht schmutzig, aber das scheint in Südfrankreich zum guten Ton zu gehöhren. Cool ist auch, dass es hier zahlreiche Surfshops gibt: Quicksilver, Ripcurl, Roxy, Billabong, Soöruz etc. Diese Auswahl gibt es in der Schweiz mangels Meeranstoss nicht. Am Abend begutachten wir die Speisekarten der französischen Restaurants: Cheeseburger mit einer Scheibe Leber, Kalbskopf… da beschliessen wir gleich zum Chinesen zu gehen ;-)

  

Am Mittwoch machen wir eine Tour mit unserem Bus und checken die verschiedenen Kitespots in der Gegend von Lacanau und Hourtin ab. Wir fahren über schnurgerade Strassen, die von Pinienwäldern gesäumt sind. Leider ist kein Wind an den Seen, aber wir können uns gut vorstellen künftige Ferien hier zu verbringen.

 

Die kleinen Dörfer sind zwar jetzt teilweise recht gespenstisch und ausgestorben. Am Beach von Hourtin Plage gibt es ein paar Wellenreiter, alle Läden und Restaurants haben jedoch ausnahmslos geschlossen. In Lacanau Océan herrscht noch etwas Betrieb und in einem Restaurant mit Meerblick machen wir einen Snack-Stopp und schauen den Surfern zu. Mangels offener Campingplätze fahren wir weiter Richtung Cap Ferret. Der “Camping du Truc Vert” ist sehr idyllisch mitten in einem riesigen Pinienwald gelegen, der Weg zum Meer ist nicht weit, junge Gäste und es gibt gratis Internet.

Auch dieser Camping wird heute Donnerstag dicht gemacht für die Wintersaison. Wir starten gemütlich erst gegen Mittag. Nach einer guten Stunde Fahrt machen wir Halt in Arcachon. Definitiv keine Schönheit, aber die Waffel mit Schoggi Mousse und Schlagrahm an der Promenade schmeckt ausgezeichnet. Sonja erspäht ein paar Schuhe in einem Schaufenster, worauf wir die Zeit zur Wiedereröffnung spazierend totschlagen. Irgendwie ist hier schon die spanische Siesta-Mentalität über die Grenze geschwappt. Anschliessend fahren wir zum “Camping Panorama du Pyla”, der direkt neben der Dune du Pyla liegt. Auf einem Platz im Pinienwald mit Meersicht geniessen wir den Nachmittag.

Am Freitag Morgen, nachdem die ersten Camper den Platz verlassen haben, ergattern wir einen der Top-Plätze ganz vorne an der Küste. Die Panoramasicht ist einfach unglaublich und man könnte den ganzen Tag nur da sitzen und auf die Sandbank und das Meer rausschauen. Von der Aussicht her ist das sicher der schönste Campingplatz unserer ganzen Reise. Am Nachmittag fahren wir mit dem Roller zur Dune du Pyla, der höchsten Düne Europas. Wir wählen natürlich nicht den Weicheierweg über die Treppe, sondern stapfen voll motiviert durch den Sand auf den Gipfel, der mehr als 100 Meter über dem Meerespiegel liegt. Auf der Düne fühlt man sich irgendwie an eine verschneite Berglandschaft errinnert. Nach den obligaten “auf der Düne rumhüpfen Fotos” wollen wir noch etwas einkaufen.

  

Den nächsten Laden finden wir aber erst wieder in Arcachon, wodurch unsere Roller-Tour etwas länger ausfällt als erwartet. Am Abend sitzen wir einfach nur da und geniessen die unglaubliche Aussicht.

 

Noch sind wir etwas im Rückstand mit Bloggen, aber bald gibt’s mehr… stay tunded @ www.raget.li


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