Auf zum Surfer-Mekka…

Beitrag vom 14.05.2010

Der Camping “Reina Isabel” ist vom Ambiente einer der schönsten Plätze bisher, das Internet ist mit 3€ günstig und ansonsten wurde hier (wie in Granada allgemein) nur mit dem Abwassersystem gepfuscht, so dass man das Toilettenpapier in einen Eimer schmeissen muss :-o

Am Montag Morgen lassen wir es gemütlich angehen, wie eigentlich bei allen Stadtbesichtigungen. Ich lese also gemütlich im Reiseführer was es so alles in Granada zu sehen gibt. Hmmm, Tickets reservieren für die Alhambra ist sehr empfehlenswert, wieso sagt mir das keiner früher. Wir dann also mit dem Roller los zur Alhambra und natürlich alles “sold out”. Wir sind dann zu so einem Ticketautomaten und haben die Info gekriegt, dass vor Donnerstag nix mehr geht, *wiemeinschgenau*? Die Gärten hätte man sich noch anschauen können, aber wir wollten alles oder nichts! Netterweise fängt es gerade wieder einmal zu regnen an. So sind wir dann in die Stadt, erstmal Frust-Shoppen, spanische Musik aus der Wühlkiste:

 

Ansonsten ist Granada richtig lebendig. Auf einem der arabischen Basare in den engen Gassen kaufe ich mir eine Hippi-Hose. Anschliessend sehen wir uns noch die Kathedrale an (diesmal bezahlen wir sogar für eine Kirche, irgendwas wollten wir heute einfach noch sehen). Diese ist innen sehr hell und geräumig, ein krasser Kontrast zu den engen Gassen der Stadt. Dann verspeisen wir noch ein paar Tapas und nach einem ausgedehnten Stadt-Spaziergang geht es wieder zurück auf den Camping.

    

Am Dienstag stehen wir erst um 10.00h auf, so lange haben wir bis jetzt noch nie ge(ver)schlafen. Aber da es gerade wieder einmal (so langsam schlägt das aufs Gemüt) regnet, haben wir nichts verpasst. Über eine sensationelle Passstrasse fahren wir zürck an die Küste. Die Landschaft ist schon gewaltig, auch wenn diese teils dem Bündnerland gar nicht unähnlich ist. Dann fahren wir auf der A340 der Küste entlang bis nach Nerja, wo wir nach einem Zwischenstopp im Supermarkt auf dem “Camping Nerja” aufschlagen. Hier treffen wir noch auf andere Traveller aus der Schweiz: ein weiterer VW Bus (Viktor & Monika) und ein Landy auf dem Weg nach Afrika (Chrigi & Ramona). Da gibt es natürlich einige Räubergeschichten auszutauschen… ;-)

Am nächsten Morgen, nach einem herzlichen Abschied von den anderen Travellern, fahren wir zur Tropfsteinhöhle von Nerja, die gerade ums Eck liegt. Der Eintritt von 8.50€ p.P. ist unsere Meinung nach überrissen, auch wenn die Höhlen wirklich sehr schön und eindrücklich anzusehen sind. Irgendwie haben wir uns diese auch etwas ursprünglicher vorgestellt und nicht mit ein bis zwei Meter breiten Betonstreifen zum durchpilgern… Am Eingang wird man dann noch zum Foto gezwungen, das kostet am Ausgang dann bei Bedarf 8€ extra, ohne uns ;-) Drinnen darf man selbst keine Fotos machen, ätsch:

 

Anschliessend sind wir dann weiter nach Ronda. Irgendwie haben wir das Gefühl jeden Tag ein andere Landschaft zu sehen. Heute hat sich wieder alles verändert, die Formen sind weicher und es hat viele saftig grüne Wiesen. In Ronda quartieren wir uns auf dem “Camping El Sur” ein (sehr gehässige Rezeptionistin, aber Internet für 3€) und fahren anschliessend mit dem Roller in die Stadt. Es ist schon eindrücklich auf der Brücke aus dem 18. Jahrhundert zu stehen, welche die beiden Stadtteile miteinander verbindet. Beim durch die Stadt schlendern landen wir in einem Spezialitätengeschäft und decken uns mit Marmelade, Süssigkeiten, getrockneten Aprikosen und natürlich Rohschinken ein.

   

Ein paar Worte zum Schinken: Hier in Spanien hängt der Schinken am Bein im Laden inkl. Fuss. Wir haben schon über 60 Sauschenkel an einer Wand gezählt. So ein Bein wird dann in einer Vorrichtung eingespannt und der Schinken von Hand mit dem Messer für den Kunden frisch geschnitten. So auch in vorher genanntem Laden, wo wir noch zwischen der Sau mit dem weissen und dem schwarzen Fuss auswählen konnten :-) Das Fleisch ist dann zwar nicht so perfekt geschnitten wie im heimischen Supermarkt (ginge bei uns unter Abschnitte), der Geschmack ist jedoch einmalig.

Am Donnerstag gemütlich aufgestanden, geduscht, “zmörgelet”, ein bisschen im Inet gesurft, dann alles um- und zusammengeräumt und zurück auf die Strasse mit dem Ziel Algeciras. Kurz vor der Stadt dann im Gegensatz zu meiner Internetrecherche gemerkt, dass wir keinen Campingplatz im Navi haben. So sind wir weiter zum “Camping Sureuropa” bei La Linea, dieser sieht aber irgendwie nicht nach Camping aus und wenn ich nicht mal die Einfahrt erkennen kann, muss ich da auch nicht hin. Also den nächsten Platz im Navi anvisiert (schon praktisch diese POI’s). Der “Camping La Casita” bei San Roque macht einen etwas unaufgeräumten Eindruck, jedoch ist dieser richtig eingewachsen mit Bäumen und mal nicht so steril. Kurz umgeräumt und dann den Roller abgeladen, um nach England zu fahren. Auf dem Nachmittagsprogramm stand nämlich der Besuch von Gibraltar.

Beim Grenzübertritt ist sogar unsere ID gefordert (ist GB eigentlich nicht Schengen?). Die nicht extrem vertrauenserweckende Seilbahn kostet laut Reiseführer 12€ p.P. Also hetze ich  unseren Roller den Berg hoch, mal schauen wie weit wir kommen. Irgendwann stehen wir vor einer Barriere, wo uns 27€ abgeköpft werden, da ist dann aber auch schon der Eintritt zu den Sehenswürdigkeiten am Berg (Sant Michaels Cave, Moorish Castle, Upper Galleries) enthalten und wir sind erst noch mobil. Mit dem Auto würde ich da aber nicht unbedingt rauf. Am Apes Den hat es zwei Junge Affen, die miteinander spielen und rumtollen. In der Main Street essen wir dann noch richtig britisch Fish & Chips, bevor wir mit dem Roller zurück zum Camping düsen.

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Am Freitag, es ist mittlerweile der 14. Mai, verlassen wir den Camping erst gegen den Mittag. Heute wollen wir es nur bis Tarifa, dem Surfer-Mekka, schaffen. Unterwegs füllen wir noch den Kühlschrank in einem Supermarkt auf (Mercadona ist hier unser Favorit). Etwas planlos wähle ich den “Camping Rio Jara” im Navi an, da ich unterschiedliche Empfehlungen gelesen habe, aber hier hat “Bruder Zufall” mitgemischt. Bei der Rezeption werden wir von Chrigi & Ramona empfangen, die wir schon in Marokko vermutet haben, Sachen gibts…! Es wird also bestimmt ein geselliger Abend werden heute. Hier bläst es übrigens richtig, wahrscheinlich schon fast zuviel Wind für uns Warmduscher und auch auf dem Camping können wir dem Wind kaum entfliehen. Bei aller Freude am (wahrscheinlich) südlichsten Punkt unserer Reise angekommen zu sein, fast ein bisschen nervig! Hier werden wir vermutlich ein paar Tage bleiben und die Seele baumeln lassen, hang loose… Dazu haben wir schonmal die Putzkolonne engagiert, die unsere Wassermelonenkerne abtransportiert.

 

Übrigens haben wir uns sehr über die Komplimente zu den Reiseberichten gerfreut, die wir über die verschiedensten Quellen erhalten haben.

PS: Unsere spanische Musik aus der Wühlkiste ist richtig chillig 8-)


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