Bruch im Traveller-Alltag…

Beitrag vom 18.05.2010

Am Samstag stehen wir pünktlich um 8.00h auf, so dass wir uns (wieder einmal) von Chrigi & Ramona verabschieden können. Der Gedankenaustausch unter Travellern gestern Abend war wieder einmal richtig interessant. Dann lassen wir den Tag ruhig angehen: lesen, schlafen, relaxen. Wir haben beide eine Mischung aus Heuschnupfen (???) und Erkältung und deshalb tut uns die Ruhe gut. Der Wind ist ein bisschen weniger stark wie gestern, die Bedingungen sind trotzdem zu heavy für uns :-(

Am Sonntag Morgen machen wir uns auf zur Düne. Da wir aber mit dem Roller quasi auf die Höhe fahren konnten ist die Spannung bald weg und wir fahren zurück zum Camping. Dort ist wieder relaxen, lesen, im Inet surfen und anschliessend duschen angesagt. Heute wollen wir Tarifa besichtigen. Von weitem sieht es ja nicht so gemütlich aus, das Städtchen hat aber bei näherer Betrachtung Flair: diverese Surfshops und gemütliche Restaurants. Auch die Nähe zu Afrika, das zum Greifen nah ist, hat etwas magisches. Wir essen die beste Pizza seit Silvaplana im Februar und anschliessend im Lokal nebenan noch eine Crêpe. Übrigens war es heute praktisch windstill.

Der windstille Tag hatte seinen Grund, am frühen Morgen wecken uns die ersten 30 Knoten Böhen, diesmal aus östlicher Richtung, die an unserem Bus rütteln. Uns hat die Reiselust wieder gepackt und so füllen wir den Kühlschrank im Supermarkt mit der Hoffnung im Laufe des Tages ein schönes Plätzchen zum wild campen zu finden. Anschliessend tingeln wir auf Landstrassen gemütlich der Küste hoch. In einem Surfer-Beizli trinken wir eine kühle Cola zur Stärkung. Mit dem Atlantik sind also auch die Wellenreiter am Start. In Roche bei Conil de la Frontera finden wir bei einem Parkplatz am Strand ein paar Kiespisten, die abzweigen. Wir haben die Fährte nach einem guten Platz aufgenommen… Bald finden wir ein schattiges Plätzchen für unseren Bus, wo wir auch die Nacht verbringen wollen. Irgendwie fühle ich mich nicht 100-prozentig wohl, aber wir wollen zuerst mal an den Strand, die Sonne geniessen und ein bisschen lesen.

Jetzt kommt einer aus der Kategorie “passiert mir doch nicht” und der Grund, wieso es in diesem Beitrag keine Fotos gibt. Wir kommen nach ca. einer Stunde zurück und Sonja bemerkt sofort, dass die Fahrertüre nicht abgeschlossen ist. Wer mich kennt weiss, dass ich diesbezüglich fast einen Tick habe und das immer dreimal kontrolliere. Aber kein Wunder, die linke Vorderscheibe ist eingeschlagen, überall liegen Scherben im Bus. Es sieht fast so aus, als ob wir den Dieb überrascht haben: Sonja’s Handtasche ist weg, aber sonst scheint alles noch hier zu sein, sogar das Navi, das wir in der Halterung an der Frontscheibe gelassen haben. Mein Notebook ist zum Glück versteckt und mit einem Kensington Schloss gesichert.

Wir haben und dann natürlich auf den Weg zur Polizei gemacht. Dort angekommen waren wir dann erstens bei der Policia local und nicht der Guarda Civil und auch noch in der nicht zuständigen Stadt für diesen Strand. In Conil angekommen haben wir Glück mit dem Polizisten, der fliessend englisch spricht. Nachdem der Raport erstellt ist, sehen wir noch ein zweites Junges Paar am Eingang auf den englisch sprachigen Polizisten warten… Wir sind dann weiter nach Puerto de la Santa Maria in der Nähe von Cadiz, da dort sicher die nötige Infrastruktur für die kommenden Tage vorhanden ist. Auf dem “Camping Playa de las Dunas” haben wir nocht etwas gekocht und sind wir auch bald ins Bett. Unterdessen haben wir gemerkt, dass auch unsere Jacken gestohlen wurden, äääähm Dieb *wiemeinschgenau*?!

Am Dienstag Morgen sind erstmal ein paar administrative Telefonate angesagt. Mit der Axa Versicherung klappt alles einwandfrei wegen der kaputten Scheibe und nach ca. 2 Stunden erhalte ich ein Telefon mit einem Termin von einem englisch sprechenden Carglass Mitarbeiter in Spanien. Besser kann man sich das echt nicht wünschen. Auf die Montage einer Notscheibe verzichten wir. (Vor der Reise haben wir noch die Teilkasko eingeschlossen :-o) Es steht jetzt auch fest, dass wir bis am Donnerstag Morgen hier festhängen. Zum Glück haben wir uns ein gutes Plätzchen ausgewählt für Erkundungstouren. Mit dem Roller fahren wir zuerst zum Decathlon, um neue Jacken zu kaufen. Dann suchen wir den Mediamarkt für eine Digicam, finden diesen aber trotz Navi nicht (soviel zum Thema “spanische Strassenangaben”). So fahren wir dann nach Cadiz und sehen und die Stadt an, die uns sehr gut gefällt: viele gemütliche Plätze mit stylischen Restaurants. Morgen gehts wahrscheinlich nach Jerez, mal schauen…

Lesson learned? Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen und es hätte weit mehr wegkommen können. Der Schaden läppert sich schlussendlich doch noch zusammen und vorallem für Sonja ist es mühsam die ganzen Ausweise und Karten zu ersetzten. Zusätzliche Sicherungen am Bus kann man sich sparen, im Zweifelsfall wird einfach die Scheibe eingeschlagen. Sicher hätten wir den Bus nicht einsam stehen lassen sollen, aber an einem Montag in der Nebensaison am hellichten Nachmittag denkt man sicht halt nichts böses. Irgendwie ist es aber ein ganz doofes Gefühl, da nicht nur in unser Auto, sondern auch in unser “Haus” eingebrochen wurde. Sicher wird der Vorfall auch den weiteren Verlauf in Sachen “wild campen” beeinflussen. Ich würde mich sehr über Feedback von Leuten freuen, die vielleicht ähnliches erlebt haben…!

Wir werden möglichst bald eine neue Digicam besorgen, damit der Blog nicht ganz so trocken ist (und natürlich auch zu unserer Erinnerung).

PS: Unter anderem ist auch Sonja’s Handy weg. Wer sie dringend erreichen muss, kann es bei mir versuchen (null sieben neun 359 sechs drei 26). Dies gilt bis auf weiteres…!


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