Sherry, Flamenco und Kultur

Beitrag vom 22.05.2010

El Puerto de la Santa Maria ist wirklich ein sehr guter Ausganspunkt, um auf unsere neue Scheibe zu “warten”. Heue Mittwoch fahren wir mit dem Roller ins ca. 20 Kilometer entfernte Jerez de la Frontera. Der Weinkenner hat ja sicher schon bemerkt, dass wir uns im Sherry-Dreieick befinden. Wir kaufen uns Tickets für eine Führung durch die Bodegas von Tio Pepe (Gonzalez-Byass) inkl. Tapas für 14.00h. Die zwei Stunden bis dahin streunen wir durch die Stadt, schliesslich muss vom Diebstahl noch einiges an Kleinigkeiten (Tasche, Portemonnaie etc.) ersetzt werden und somit kann Sonja endlich mal shoppen. Pünktlich zum Start der Führung sind wir natürlich zurück. Wir sehen ein kurzes Video zur Sherry-Produktion, fahren mit dem Minizug über das Grundstück vorbei an einem Muster-Rebberg und werden durch verschiedene Bodegas geführt. In diesen Gebäuden ist es dank den hohen Räumen sehr kühl und der Geruch von den Fässern ist ganz speziell und unvergesslich. Von der Verkostung und den Tapas hätten wir für 16€ p.P. etwas mehr erwartet: Es gibt zwei verschiedene Sherrys und ein paar lieblose Häppchen. Wir lassen uns dennoch Zeit und sind so anschliessend alleine im Shop, wo es dann auch noch einiges zu degustieren gibt, da auch Brandys hergestellt werden ;-) Dank Roller muss ich mich massiv zurückhalten, sonst wären wir da sicher nicht mehr rausgekommen, muhaha…! Auf dem Rückweg machen wir noch einen Abstecher in den den “Ich-bin-saudumm-Markt-und-kaufe-gerne-teuer!”, da uns der Luxus einer Digitec-Filiale hier verwehrt bleibt und kaufen eine neue Digicam. Visuelles Comeback vor dem abgeklebten Fenster :-)

 

Donnerstag ist Scheiben-Tag und so machen wir uns auf zur Carglass-Filiale, die nur ein paar Strassen weiter ist. Nachdem Sonja ihren Pass gefunden hat (da war vielleicht Panik angesagt :-o), klappt alles reibungslos: Wir setzten uns für ein Stündchen ins Restaurant und können danach unser Raget.li mit neuer Scheibe abholen. An der nächsten Tankstelle befreien wir den Bus auch noch mit Schweizer Gründlichkeit von den letzten Scherben ;-) und fahren dann weiter nach Sevilla auf den “Camping Villsom”.

Relativ zeitig machen wir uns am Freitag mit dem Roller auf nach Servilla, einfach der Hauptstrasse nach, bis man da ist. Die Stierkampfarena Plaza de Toros schauen wir uns nur von aussen an und spazieren dann dem Fluss entlang weiter bis zum Torre del Oro.

  

Von dort geht es zur Catedral Santa Maria, wo wir die horrenden 8€ Eintritt p.P. bezahlen. Die weltweit drittgrösste Kathedrale soll und dies wert sein. Das Innere ist gigantisch, auch wenn sich dies bei dem ganzen Trubel (Führungen etc.) kaum würdigen lässt. Auf den Turm “La Giralda”, der aus einem Minarett mit christlicher Haube besteht, geht es in straffer Einerkolonne. Mir hat die “kleinere” Kathedrale in Granada besser gefallen, da dort einiges weniger los war.

   

Wir stärken uns mit Paella und Gazpacho, bevor wir uns zum zweiten Higlight von Sevilla, der maurischen Festung “Reales Alcazares” aufmachen. Dort lassen wir nochmals 8€ p.P. liegen. Die Räume des Palastes lassen sich mit Worten fast nicht beschreiben, da jede kleinste Ecke verziert ist. “Reizüberflutung” fällt mir dazu nur spontan ein. Und auch der Garten ist prächtig gestaltet. Leider gönnt uns der Securitas “dä Schafseckel” keine Siesta auf einer schattigen Parkbank.

    

Die Temperaturen sind in den letzten Tagen nämlich krass gestiegen und nach dem Mittag ist es an der Sonne kaum mehr auszuhalten. Die Bedeutung von einem kalten Bier an einem schattigen Plätzchen wird einem erst jetzt wieder richtig klar. Auch der spanische Lebensrythmus ist auf einmal sehr verständlich, da man sich Nachmittags am liebsten bei minimalen körperlichen Bewegungen im Schatten aufhält. Das machen wir dann auch für die nächsten zwei Stunden, nachdem wir uns mit kalten Getränken eingedeckt haben.

Am Morgen haben wir uns im “Casa de la Memoria de Al-Andalus” (Calle Ximenez de Enciso 28)  Tickets für die Flamcenco-Aufführung um 19.30h besorgt. Dies ist eine Art Kulturzentrum und die Preise mit 15€ p.P. noch recht human. Was wir dann sehen übertrifft unsere Erwartungen! In einem liebevoll gestalteten Innenhof sitzt man in zwei Reihen in fast schon “privatem” Ambiente vor einer kleinen Bühne. Ein Guitarist, ein Sänger, sowie eine Tänzerin und ein Tänzer geben für ca. eine Stunde ihr Bestes. Soviel Emotionen, Gefühl und Leidenschaft… einfach fantastisch!

 

Zurück auf dem Camping entscheiden wir, dass wir noch einen Tag in Sevilla anhängen wollen. Vor lauter Sehenswürdigkeiten hatten wir gar keine Zeit, einfach ein bisschen durch die Stadt zu schlendern.

So sind wir dann heute um 10.30h los. Zuerst sind wir zur Plaza Espagna, die zur Iberio-Amerikanischen Ausstellung 1929 gebaut wurde. In einem riesigen Halbkreis hat es zu jeder spanischen Provinz eine Kachelbank mit einem Bild eines bedeutenden geschichtlichen Ereignisses. Leider wird gerade ein Teil renoviert, was den Gesamteindruck etwas trübt. Zudem ist immer der Tourist mit dem roten T-Shirt ins Bild gesprungen ;-)

  

Dann sind wir mit dem Roller in die Innenstadt. Per Zufall sind wir über einen Mister Minit gestolpert, wo wir die Schlüssel für Bus und Roller nachmachen lassen konnten. Bei den anderen Schlössern geht das anscheinend nicht, schade. So streunen wir also gemütlich durch die Einkaufspassagen. Schon interessant wie viele kleine Läden es hier gibt, in der Schweiz mittlerweile undenkbar. Die Hitze erreicht wieder den Höhepunkt und wir erlaben uns an einem Teller Tapas und einem Glacé, bevor wir mit dem Roller zurück auf den Camping düsen und uns hechelnd in den Schatten werfen…

 


2 Kommentare for 'Sherry, Flamenco und Kultur'

  1.  
    isa
    25.05.2010 | 08:10
     

    hach, da werden alte erinnerungen wach … :)
    schöne berichte, schöne bilder!!

    sagt mal, gibt es eigentlich irgendwo eine gesamttour-karte? bzw. wo gehts denn noch überall hin? vielleicht hab ich’s auch übersehen…

    weiterhin ganz viel spaß
    isa

  2.  
    26.05.2010 | 21:52
     

    Nein eine Karte gibt es nicht, ihr wisst ja, es kommt immer alles anders als man denkt ;-) Prinzipiell wollen wir jetzt alles der Küste hoch. Eventuell überspringen wir Frankreich, um mehr Zeit im Norden zu haben, da wir bisher etwas gemütlicher unterwegs waren als geplant. Wir können im Herbst immer nochmals runter an die Wärme. Alles ist offen :-)

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