Costa Verde – Galizien & Asturien

Beitrag vom 21.06.2010

Am Mittwoch fahren wir die letzten Kilometer in Portugal alles der Hauptstrasse dem Meer entlang und passieren schlussendlich über eine Brücke die Grenze nach Spanien. Wieder zurück in “unserer” Zeitzone verlieren wir eine Stunde. Auf der spanischen Hauptstrasse Richtung Norden passieren wir unzählige Schilder, die den Jakobsweg markieren. Nach einem kurzen Einkaufzwischenstopp erreichen wir den “Camping As Cancelas” bei Santiago de Compostela. Es ist schon 15.00h, in einer Stunde spielt die Schweiz gegen Spanien! Aber zuerst muss ich etwas essen, da sonst der Umgang mit mir nicht immer einfach ist ;-) In der Zeitnot überlegen wir das Spiel in der Bar auf dem Camping zu schauen, nehmen es dann aber in Kauf die ersten Minuten zu verpassen und fahren mit dem Roller in die Stadt. In einer Touri Gasse finden wir eine Kneipe mit Fernseher und weiteren Fussball Fans. Es ist sogar noch eine Schweizerin mit spanischem Ehemann anwesend. Sonja präsentiert sich stolz mit selbstgebasteltem Schweizerkreuz auf dem roten T-Shirt 8-) Das Ende vom Lied ist mittlerweile bekannt, die Schweiz gewinnt. Die Spanier waren gegen Spielschluss recht emotional vor dem Fernseher und ich habe nur gehofft, dass wir da wieder raus kommen :-o Doch die Spanier sind echt gute Verlierer, einer schüttelt uns die Hand und gratuliert zum Sieg. Nach dem Spiel schauen wir uns noch die Kathedrale an. Die erste touristische Kirche, in der es gesittet zu und her geht, es wir sogar gerade ein Gottesdienst abgehalten. Naja, ansonsten ist Santiago halt schon sehr touristisch: Restaurant, Souvenirgeschäft, Restaurant, … Auffallend sind die Hummer und T-Bone Steaks in den Auslagen der Restaurants, hier gönnt man sich wohl gerne etwas Gutes nach der langen Wanderung. Irgendwie fasziniert uns die Idee mit dem Jakobsweg, jetzt weniger aus religiösen Gründen, eher so als Selbstfindungstrip… mal schauen, was daraus wird. Am Abend treffen wir auf dem Camping noch ein Zürcher Paar mit Wohnmobil, das schon in Porto unser Nachbar war. Schon witzig, dass sich die Wege nach ca. einer Woche auf einmal wieder kreuzen…

 

Am Donnerstag wollen wir die entlegenen und wenig touristischen Gebiete von Galizien an der Costa da Morte erkunden. Ziel ist ein Kitespot in der Nähe von Muxia. In der Bucht angekommen, weht ein kräftiger Wind mit ca. 18 Knoten. Erst zögere ich noch, da sonst kein Mensch hier ist, wage mich dann aber trotzdem aufs Wasser. Nach dem ich mich an die Verhältnisse und ans neue Board (2010er Serie 8-)) gewöhnt habe, kann ich die Session geniessen, die allerdings mangels Kondition nicht allzu lange ausfällt.

  

Anschliessend fahren wir einen Spot weiter, wo wir eigentlich die zwei Windsurfer vom letzten Camping in  Portugal erwarten, doch die Jungs sind anscheinend schon weitergezogen. Wir überlegen kurz wild zu stehen, aber irgendwie sitzt uns immer noch der Einbruch in den Knochen und wir entscheiden noch ein gutes Stück bis A Coruña weiterzufahren. Auf dem Weg sieht man unzählige Horreos (traditionelle Gedtreidespeicher), die aussehen wie kleine Tempel. In A Coruña checken wir auf dem “Camping Los Manzanos” ein. Der Camping ist richtig grün und mit viel Liebe zum Detail hergerichtet.

Der Freitag sollte auch hauptsächlich wieder ein Reisetag werden. Wir verlassen Galizien und fahren nach Asturien. Aus dem geplanten kleinen Snack an einem Strand Restaurant wird ein riesen Teller Calamares a la romana.

  

Auf dem Parkplatz treffen wir noch zwei Holländer mit Landy und Wohnkabine, die wir schon einmal in Porto auf dem Zeltplatz gesehen haben. Die sind halt auch ein bunter Hund wie wir :-) Unzählige Male sind wir täglich in unseren Bus ein- und ausgestiegen, jeden Tag mehrmals… Aber nein, ich schaffe es nach über zwei Monaten meinen Schädel beim Einsteigen volle Kanne gegen den Türrahmen zu rammen! Wir steuern den “Camping Los Cantiles” bei Luarca an, der in unserem Reiseführer sehr gelobt wird. Der Platz liegt wirklich traumhaft an der Steilküste mit Blick aufs Meer, ist sehr gepflegt und für spanische Verhältnisse erst noch relativ günstig. Wir geniessen die Ruhe, Sonja liest mittlerweile angefressen “Digital Fortress” und ich surfe ein bisschen im Internet für 2.50€ und kämpfe mit den Kopfschmerzen von meiner Super-flink-in-den-Bus-schwing-Aktion. Übrigens ist es hier am Abend extrem lange hell, um 22.00h kann man draussen noch ohne Licht lesen und auch eine Stunde später ist es noch nicht richtig dunkel :-o

Am Samstag frühstücken wir gemütlich und erfreuen uns ab den Croissants, nach dem wir wieder einmal ein bisschen lange geschlafen haben. Es reisst wieder ein, aber die Stunde von Portugal fehlt irgendwie noch. Wir fahren also erst gegen elf los, nachdem wir nochmals kurz das Wetter gecheckt haben. Natürlich drücken wir auch ganz fest die Daumen, dass heute Zuhause am Hochzeit von Marietta und Gimmi die Sonne scheint, auch wenn der Wetterbericht ein eher trübes Bild zeichnet. Bei uns ist es in der letzten Zeit trocken aber immer relativ kühl mit 16°-19°C. Unser Ziel ist der Nationalpark “Picos de Europa”. In Cangas de Onis stehen wir vor einem verschlossenen Camping. Hallo, wir haben Mitte Juni und erst noch Wochenende?!?! So fahren wir weiter nach Arenas de Cabrales auf den “Camping Naranjo del Bulnes”, der erst noch schöner gelegen ist. In Arenas de Cabrales holen wir noch Infos für die morgige Wanderung, kaufen Lebensmittel und natürlich eine Flasche Sidra (Apfelwein), der hier in der Gegend so gerne getrunken wird.

Wie bereits angetönt, wollen wir heute Sonntag wieder einmal den Wandervogel machen :-) Wir haben uns Grosses vorgenommen, ganz Grosses: Hin 3h, zurück 3h, total 24 Kilometer! Quasi wie in guten alten Zeiten, als ich noch von den Eltern durch die Berge gejagt wurde ;-) In der Nacht hat es noch geregnet und auch beim Frühstück werden wir nochmals nass, doch verspricht der Wetterbericht eine Besserung bis am Mittag. Wir fahren mit dem Bus bis Poncebos und parken bei der Standseilbahn. Ich behalte mir die Option offen irgendwo umzukehren, da es in die Schlucht und dann wieder zurück geht (Poncebos – Cain – Poncebos), allerdings packt mich der Ehrgeiz, da Sonja unseren “Spaziergang” eher auf die leichte Schulter nimmt. Der Weg ist sehr gut ausgebaut, zuerst kommt ein steiler Anstieg, dann geht es etwas runter und der Rest verläuft dann relativ eben. Die Schlucht ist wirklich atemberaubend und z.T. geht es einige hundert Meter senkrecht runter zum Fluss. In der Ebene schlagen wir ein zügiges Tempo ein und überholen sogar einige Leute 8-) Die Ankunft in Cain (“the most hidden secret of picos de europe”) ist dann weniger spektakulär, wir werden von zwei VW-Bus-Hintern (T4) begrüsst… Es gibt einen Kiosk, ein Restauraunt, eine Auberge etc. Die entgegenkommenden dicken frisch aussehenden Wanderer, die uns so motiviert haben, wurden also hier hinten in Minibussen ausgeladen :-o Nach einer kurzen Rast machen wir uns wieder auf den Rückweg, der uns erstaunlicherweise bis kurz vor Schluss relaitv leicht fällt. Beim finalen Aufstieg kämpft Sonja, der letzte Abstieg macht mir zu schaffen und so erreichen wir erschöpft unser Raget.li.

   

Wir fahren noch weiter ans Meer bis nach Llanes. Der angepeilte Camping Las Barcenas musste wohl einer Siedlung weichen… So fällt unsere Wahl auf den “Campung Entre Playas”. Schön ist anders, es gibt keinen einzigen Baum, aber die Lage direkt am Meer und der freundliche Patron machen das wett. Die Besichtigung von Llanes lassen wir, da hier das verkehrstechnische Chaos ausgebrochen ist (Brücke gesperrt).

 

Am Montag checken wir ein paar Kitespots, die wir uns im Sportguide markiert haben. Beim ersten Spot ist kein Wind und beim Zweiten weiss man gar nicht genau, wo man hier aufs Wasser gehen könnte. So fahren wir weiter nach Noja auf den “Camping Playa Joyel”, der mit einigem Sternen im ADAC Führer steht. Schliesslich wollen wir heute noch das Fussbalspiel schauen. Zuerst wird aber noch Wäsche gewaschen und kreuz und quer vor dem Bus aufgehängt. Weiter muss natürlich noch ein kleinerer Muskelkater auskurriert werden und so lassen wir es heute sehr ruhig angehen.

Kein Wunder spricht man in der Gegend von der Costa Verde, hier ist wirklich alles saftig grün und erinnert uns eher an Zuhause als an Spanien.


1 Kommentar for 'Costa Verde – Galizien & Asturien'

  1.  
    Natalia
    12.05.2011 | 17:49
     

    Hallo Leute,
    den Jakobsweg kann ich euch nur empfehlen, es wird danach kein Tag mehr vergehen ohne das ihr min. 1x an ihn denkt:-)

    lg
    Nati

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